Jakobskreuzkraut – giftige Pflanze für Pferde | Risiken in Heu und Silage

⚠️ Jakobskreuzkraut – giftige Pflanze für Pferde

Risiken auf der Weide, in Heu und Silage – so erkennen und entfernen Sie diese Pflanze

Was ist Jakobskreuzkraut und warum ist es gefährlich für Pferde?

Jakobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris, früher Senecio jacobaea) ist eine mehrjährige Pflanze mit leuchtend gelben Blüten. Sie enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA) – Substanzen, die schwere und irreversible Leberschäden bei Pferden verursachen können.

Mehrere wissenschaftliche Berichte, darunter von EFSA (2017), bestätigen, dass selbst kleine Mengen über längere Zeit tödlich sein können.

Pferd auf Weide mit Jakobskreuzkraut – giftige Pflanze, die Pferden gefährlich wird

Quelle: EFSA Scientific Opinion on Pyrrolizidine alkaloids in food and feed (2017)

Ist Jakobskreuzkraut in Heu und Silage gefährlich?

Ja. Das Gift baut sich beim Trocknen oder Silieren nicht ab. Wenn Jakobskreuzkraut in Heu oder Silage gelangt, bleibt das Futter giftig. Wird Jakobskreuzkraut in Ballen gefunden, müssen oft ganze Chargen oder sogar die gesamte Ernte entsorgt werden – ein Aussortieren ist nicht möglich. Behörden wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und DEFRA UK warnen, dass selbst kleinste Mengen gefährlich sein können.

Quellen: Landwirtschaftskammer NRW (2024), DEFRA UK – Stop ragwort and other harmful weeds from spreading, EFSA (2017)

Welche Symptome zeigt ein Pferd mit Jakobskreuzkraut-Vergiftung?

Die Symptome entwickeln sich oft schleichend und sind daher schwer zu erkennen. Typische Anzeichen einer Pyrrolizidinalkaloid-Vergiftung sind:

  • Müdigkeit, Apathie und Leistungsabfall
  • Schlechter Appetit und Gewichtsverlust
  • Stumpfes Fell und verschlechterte Fellqualität
  • Lichtempfindlichkeit (Photosensitivität) mit Hautreaktionen
  • Neurologische Probleme wie Taumeln oder Kopfanstoßen

In schweren Fällen führt die Vergiftung zu akutem Leberversagen und Tod. Laut Tierhalter‑Wissen reicht bereits eine geringe, wiederholte Aufnahme, um eine chronische Vergiftung auszulösen.

Quelle: Tierhalter‑Wissen (2025)

Wie erkennt man Jakobskreuzkraut auf der Weide?

  • Büschel von leuchtend gelben Blüten, meist Juli–September
  • Tief eingeschnittene, dunkelgrüne Blätter
  • Wächst oft in Gruppen entlang von Straßen, Gräben und auf vernachlässigten Flächen

Während der Blüte leicht zu erkennen – in getrocknetem Heu oder Silage jedoch schwer zu entdecken.

Wie entfernt man Jakobskreuzkraut?

Die effektivste Methode ist das manuelle Entfernen – besonders in Pferdeweiden und auf kleineren Flächen:

  • Die Pflanze samt Wurzel ausreißen – sonst wächst sie nach.
  • Handschuhe tragen, da der Pflanzensaft Hautreizungen verursachen kann.
  • Pflanzen im Restmüll entsorgen – niemals kompostieren (Samen können überleben).
Werkzeuge zum Entfernen von Jakobskreuzkraut aus Pferdeweiden

Werkzeuge wie schmale Spaten, Unkrautstecher oder Wurzelzieher erleichtern die Arbeit. Auf größeren Flächen empfehlen Behörden wie das Landwirtschaftskammer NRW ein Abmähen vor der Blüte, um die Ausbreitung zu verhindern.

Was können Pferdehalter tun?

  • Weiden regelmäßig kontrollieren – besonders im Frühjahr und Sommer.
  • Heu und Silage vor dem Verfüttern sorgfältig überprüfen.
  • Andere im Stall über die Gefahren von Jakobskreuzkraut informieren.
  • Jakobskreuzkraut entlang von Straßen den Grundstückseigentümern oder Gemeinden melden.

Frühes Handeln kann Pferde – und ganze Futterchargen – retten.

FAQ zu Jakobskreuzkraut

Ist Jakobskreuzkraut giftig für Pferde?

Ja. Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen und tödliche Vergiftungen verursachen können.

Bleibt Jakobskreuzkraut auch in Heu und Silage gefährlich?

Ja. Das Gift übersteht Trocknen und Silieren – Heu oder Silage mit Jakobskreuzkraut muss möglicherweise komplett entsorgt werden.

Wie entfernt man Jakobskreuzkraut am besten?

Die Pflanze von Hand oder mit Werkzeugen ausreißen, sicherstellen, dass die Wurzel mitkommt, und im Restmüll entsorgen.

Kurzinfo

  • Wissenschaftlicher Name: Jacobaea vulgaris
  • Früherer Name: Senecio jacobaea
  • Giftstoff: Pyrrolizidinalkaloide (PA)
  • Wirkung: Chronische Leberschäden – kann tödlich enden
  • Getrocknet giftig: Ja – das Gift bleibt in Heu und Silage erhalten
  • Folge: Wird Jakobskreuzkraut im Futter gefunden, muss oft die ganze Ernte entsorgt werden

Teilen Sie Ihr Wissen über Jakobskreuzkraut mit anderen Pferdehaltern – Aufklärung kann Vergiftungen verhindern und Leben retten.

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